Mut, Matsch und Miteinander
Es begann mit einer ruhigen Bahnfahrt und endete mit knisterndem Feuer und klebrigen Fingern voller Stockbrotteig. Dazwischen: Herzklopfen im Hochseilgarten, nasse Schuhe nach der Kanutour auf der Saale, Knoten, die ein Floß – und eine Klasse – zusammenhalten, und ein Ziel, das nur mit ruhiger Hand und klarem Blick beim Bogenschießen zu treffen ist. In Bad Kissingen wurde aus einer Sportwoche mehr als nur ein Programm: Es wurde ein Abenteuer, das Mut macht, Grenzen verschiebt und aus vielen Einzelnen ein Team formt.
In der Woche vor den Pfingstferien erlebten die 7. Klassen zusammen mit ihren Klassenlehrern Herrn Hluchy, Frau Probst, Herrn Netter und Frau Krug und den Sportlehrern Herrn Irro, Frau Schäfer und Frau Schmiedel eine abwechslungs- und erlebnisreiche Sommersportwoche im Heiligenhof in Bad Kissingen. Bei nicht ganz so idealem Frühsommerwetter an- und mit vielen Sonnenstrahlen abgereist standen Teamgeist, Bewegung an der frischen Luft und das Entdecken der Natur im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler sammelten vielfältige Erfahrungen – vom Erkunden der regionalen Tierwelt bis hin zum gemeinsamen Meistern sportlicher Herausforderungen.
Zum Auftakt ging es in den Wildpark Klaushof. Die Klassen lernten heimische Tierarten kennen und erfuhren Wissenswertes über deren Lebensräume und Schutz. Großes Glück hatten wir, dass wir die Fütterung der Tiere erleben durften und auch der Luchs Lucas kam aus seinem Versteck. Im Anschluss wanderten die Gruppen auf naturnahen, matschigen Wegen zurück Richtung Unterkunft. Die Wanderung bot Gelegenheit, sich auszutauschen, die Umgebung bewusst wahrzunehmen und erste Klassenteams zu formen.
Koordination, Selbstvertrauen und gegenseitige Unterstützung standen im Hochseilgarten im Vordergrund. Nach einer Sicherheitseinweisung meisterten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Parcours in unterschiedlichen Höhen. Nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer überwanden persönliche Grenzen, ließen sich von ihren Teams sichern und anfeuern und erfuhren, wie wichtig klare Absprachen und Vertrauen sind. Sich von einem zehn Meter hohen Pfahl in die Tiefe zu stürzen kostete auch so manchen Lehrer Überwindung. Das Erfolgserlebnis am Ende jedes Parcours stärkte nicht nur den Mut, sondern auch den Zusammenhalt.
Die Kanutour auf der Saale verlangte Taktgefühl und Teamarbeit. In Zweier- oder Dreierkanus galt es, gleichmäßig zu paddeln, Kurs zu halten und Hindernisse gemeinsam zu umfahren. Unterwegs blieb Zeit, die Flusslandschaft zu genießen, Wasservögel zu beobachten und das ruhige Gleiten über das Wasser zu erleben.
Beim Floßbauen kombinierten die Gruppen Kreativität mit handwerklichem Geschick, sodass aus Ideen ein tragfähiges Teamprojekt wurde. Aus Tonnen, Brettern und Seilen entstanden schwimmfähige Konstruktionen. Planung, Rollenverteilung und sorgfältige Knoten waren entscheidend, damit das Floß am Ende tatsächlich trug. Die anschließende Probefahrt zeigte eindrucksvoll, wie aus guter Kommunikation und gemeinsamen Anstrengungen ein sichtbares Ergebnis entsteht.
Zu den actionreichen Programmpunkten brachte das Bogenschießen einen bewussten Gegenpol. Nach einer Einführung in Sicherheit und Grundtechnik übten die Schülerinnen und Schüler Stand, Atmung und Zielausrichtung. Mit zunehmender Routine verbesserten sich Trefferbilder merklich. Viele nahmen die Erfahrung mit, dass Konzentration und Ruhe direkte Wirkung zeigen – nicht nur im Sport.
Kompass, Karte und Köpfchen wurden beim Orientierungslauf zu den wichtigsten Hilfsmitteln. In kleinen Teams suchten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe eines Lückentextes ihren Weg durch Waldwege, Wiesen und kleine Geländepfade. Wer die richtige Route wählte, sparte nicht nur Zeit, sondern auch Kräfte – doch am Ende zählte vor allem die Zusammenarbeit: Aufgaben sinnvoll verteilen, Markierungen richtig deuten, Entfernungen einschätzen und den Überblick behalten. Der Moment, in dem das Team gemeinsam den letzten Posten erreichte, zeigte: Orientierung ist mehr als Richtung – es ist Organisation, Kommunikation und Vertrauen.
Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzte ein gemeinsames Lagerfeuer, bei dem Stockbrot gebacken wurde. Auch hier war vorher Teamgeist gefragt, denn die Schüler sammelten zunächst Holz für das Feuer und anschließend Stöcke für ihr Brot.
Die Sommersportwoche in Bad Kissingen war eine Zeit voller neuer Erfahrungen und besonderer Erlebnisse. Die Klassen stärkten ihren Teamgeist und ihr Verantwortungsbewusstsein, erweiterten persönliche Grenzen und sportliche Fertigkeiten und sammelten prägende Natur- und Gemeinschaftserfahrungen.
Mit vielfältigen Eindrücken, neuem Selbstvertrauen und Zusammenhalt starten die 7. Klassen nun nach den Ferien wieder in den Schulalltag. (kd)







