Der Würfelwirbler, der Schenkinator oder eine Brillenwaschanlage – mit diesen und sechs weiteren innovativen Ideen gingen 23 Schülerinnen und Schüler der Steigerwaldschule Ebrach beim Regionalwettbewerb Jugend Forscht junior für Oberfranken an den Start. Der Wettbewerb fand am 11.02.2026 in Kulmbach statt.

Die Schülerinnen und Schüler traten in verschiedensten Kategorien an, von Arbeitswelt und Technik über die Biologie zur Chemie. Vor Ort wurden die Projekte aufgebaut und anschließend einer hochkarätigen Jury aus Lehrkräften, Professoren, Studierenden sowie Vertretern aus der Wirtschaft mit großer Begeisterung präsentiert.

Am Nachmittag waren auch Freunde und Eltern eingeladen, die Projekte zu begutachten und sich von den jungen Forscherinnen und Forschern informieren und inspirieren zu lassen. Trotz der starken Konkurrenz, insbesondere durch Teilnehmende von Gymnasien, erzielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beachtliche Erfolge.Neben einer Grundschule waren wir als einzige Realschule in ganz Oberfranken vertreten.

Unsere Teams in der Kategorie Biologie widmeten ihre Aufmerksamkeit dem Schulgelände und seiner Tierwelt.

Lena S. und Lilja R. entdeckten auf unserem Sportplatz in der Nähe des Horbachs einen mumifizierten Salamander mit auffälligen blauvioletten Punkten auf der Haut. Nur wenige Tage zuvor war dieses Tier von einer anderen Sportklasse noch lebend gefilmt und bewundert worden.

Schnell wurden das Internet sowie Expertinnen und Experten konsultiert. Die Salamanderleiche wurde schließlich an ein Labor übermittelt, um sie genauer untersuchen zu lassen. Die Todesursache konnte eindeutig festgestellt werden: Bsal, ein tödlicher Hautpilz, der ursprünglich aus Belgien stammt und inzwischen auch den Steigerwald erreicht hat. Dort bedroht er nun die örtliche Feuersalamander-Population.

Wie es um unsere Igel im Landkreis steht, wollten Julius H. und Sebastian G. herausfinden. Zunächst untersuchten sie das Schulgelände und stellten die Frage: Ist unsere Schule igelfreundlich? Die ernüchternde Antwort lautete: nein.

Darüber hinaus starteten die beiden eine Online-Umfrage innerhalb der Schulfamilie. Ziel war es, herauszufinden, wo und wann lebende, aber auch tote Igel gesichtet wurden. Dabei stellte sich heraus, dass besonders die B22 für Igel sehr gefährlich ist, da dort die meisten Tiere überfahren werden.

Im kommenden Halbjahr möchten Julius und Sebastian das Schulgelände igelfreundlicher gestalten. Geplant sind artgerechte Unterschlupfmöglichkeiten sowie geeignete Futterquellen für „Meckie“ und seine Artgenossen.

Wer ist schneller – der Regenwurm oder ein Schnellkomposter?

Dieser Frage gingen Eva E., Emilia O. und Max K. nach. Für ihr Experiment wurden zwei Komposter angeschafft. Beide wurden mit derselben Erde befüllt. In einen setzten die Schülerinnen und Schüler Regenwürmer ein, der andere wurde mit Schnellkomposter-Chemikalien behandelt.

In beide Behälter gaben sie jeweils die gleichen Mengen an Gemüse- und Obstschalen sowie eine festgelegte Menge Wasser. In regelmäßigen Abständen kontrollierten sie die Zersetzungsvorgänge – sowohl bei den Würmern als auch bei der Chemikalie.

Das Ergebnis war erstaunlich: Im chemisch behandelten Komposter begann der Inhalt zu schimmeln, zudem bildete sich sehr viel Kondenswasser. Der Geruch war äußerst unangenehm, und verwertbarer Humus entstand nicht.

Die Regenwürmer dagegen erwiesen sich als äußerst fleißig. Bis auf die Kartoffelschalen – die sogar zu keimen begannen – wurde alles restlos zersetzt und in nährstoffreichen, sauberen Humus umgewandelt. Kein Gestank, kein Schimmel – stattdessen ein gesundes und hygienisches Ergebnis, ganz ohne „Chemiekeule“. Ein Kauftipp als Biomüllersatz!

Für zusätzliche Aufregung im Unterricht sorgten schließlich einige ausgebüxte Würmer, die neugierig den Chemiesaal erkundeten.

Im Bereich Chemie präsentierten Finnja G. und Emma K. ihre selbst hergestellten Malfarben, die an ihrem liebevoll gestalteten Stand ausprobiert werden konnten.

Fünf Sonderpreisen, mit denen besonders lobenswerte Projekte ausgezeichnet werden, ist vor allem ein zweiter Platz in der Kategorie Arbeitswelt hervorzuheben. Drei Schüler Jonas B, Joas H. Mika B. setzten sich dabei intensiv mit dem Thema Umwelt auseinander und entwickelten einen wasserdurchlässigen Fahrradweg der mit umweltschonenden Materialien auch aktuellen Problemen wie Starkregen trotzen kann.

Besonders pfiffig waren unsere Projekte im Bereich Technik.

Noah T., Julian R. und Paul R. untersuchten die Flugeigenschaften ihrer Drohne. Mithilfe einer physikalischen Gleichung entwickelten sie neue Propeller, die die Stabilität und Effizienz der Drohne deutlich verbesserten. Durch präzise Berechnungen und mehrere Testflüge konnten sie ihre Konstruktion optimieren.

Um auch im Alltag stets den Durchblick zu behalten, konstruierten David K., Julian B. und Emil K. eine voll funktionsfähige Brillen-Waschanlage. Auf einem Förderband durchläuft die Brille mehrere Stationen: Zunächst wird sie mit einer selbst hergestellten Reinigungslösung besprüht, anschließend mit klarem Wasser abgespült und schließlich mit einem Föhn getrocknet.

Die drei Tüftler hatten alle Hände voll zu tun: Über 40 Brillen von begeisterten Besucherinnen und Besuchern des Wettbewerbs wurden in ihrer Anlage professionell gereinigt.

Den krönenden Abschluss bildeten jedoch Julius S. und Oliver D.Mit ihrem selbst entwickelten Würfelwirbler 2.0  konnten sie sich in der Kategorie Technik gegen zahlreiche Mitbewerber durchsetzen. Die Innovation verdreht einen Rubik’s Cube, sodass dieser anschließend durch die Tüftler gelöst werden kann. Zwar ist das Gerät noch nicht patentiert, gilt jedoch bislang als einzigartig. Man muss es einfach gesehen haben! Für ihre Leistung erhielten die beiden Schüler nicht nur eine Einladung an eine Universität, sondern auch den ersten Preis ihrer Kategorie. Damit qualifizierten sie sich für den Landeswettbewerb im April, bei dem alle Regionalsieger Bayerns gegeneinander antreten und ihr Projekt erneut ins Rennen schicken werden. Viel Erfolg an unsere beiden Forscher!

Doch auch die Steigerwaldschule Ebrach selbst ging nicht leer aus: Aufgrund der insgesamt erzielten Punktzahl durch die verschiedenen Preise gewann das Forscherteam unter der Leitung von Herrn Ortegel den Schulpreis als eine von 5.erfolgreichsten Schulen im Wert von 300€. Das Geld soll in neue Materialien und auch in einen Ausflug für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer investiert werden.

Dieser Tag bleibt allen Beteiligten vermutlich sehr lange in Erinnerung. Vielleicht auch wegen der tollen Stimmung auf der Heimfahrt im Bus, hervorgerufen durch grandiose Gesangseinlagen unser Siegertruppe 😉 (Malle lässt grüßen)

Ein ganz großer und herzlicher Dank gilt unserem Elternbeirat sowie unserem Förderverein. Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung – insbesondere für die Busfahrt – wäre die Durchführung der Veranstaltung in diesem Rahmen nicht möglich gewesen.

Daher richten wir einen Aufruf an alle Leserinnen und Leser: Werden Sie Mitglied in unserem Förderverein und engagieren Sie sich für unsere Schulfamilie – sei es im Elternbeirat, als Klassenelternsprecherin oder Klassenelternsprecher, als helfende Hand bei Festen oder auch mit einer Kuchenspende.

Gemeinsam tragen wir dazu bei, dass unsere Schule ein lebenswerter Ort bleibt – ein Ort, an dem Ihre Kinder wertvolle Erfahrungen sammeln und unvergessliche Erinnerungen schaffen können. (of)

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