Journalismus hautnah
„Warum sind am unteren Rand der Zeitung solche Löcher?“ „Wie lange dauert es, bis eine Zeitung gedruckt ist?“ Diese und viele andere Fragen wurden der Klasse 6a am Mittwoch, dem 7. Januar 2026 im Deutschunterricht ausnahmsweise nicht von ihrer Deutschlehrerin Dorothea Krug, sondern von einer echten Redakteurin, beantwortet.
Ann-Kathrin Tönnes von der regionalen Tageszeitung „Fränkischer Tag“ erklärte bei ihrem Besuch, dass die Löcher, Punkturen genannt, dazu da sind, die Zeitung nach dem Druck zu transportieren. Sie entstehen durch kleine Nadeln in der Druckmaschine, die die Zeitung beim Transport festhalten und ausrichten, bevor sie geschnitten wird. Der Druck der Zeitung dauert ca. zwei Stunden, in Bamberg laufen 72.ooo Exemplare durch die Druckmaschine. Nach der Fragerunde gab die Expertin mit einer spannenden Präsentation einen Einblick in ihren Beruf. Sie erzählte, wie ein typischer Arbeitstag aussieht, welche Aufgaben sie übernimmt und welche Herausforderungen sie dabei meistert. Die Schüler waren besonders daran interessiert, wie für einen Artikel recherchiert und wie er geschrieben wird und welche Rolle die Digitalisierung in der modernen Nachrichtenberichterstattung spielt. Der Fränkische Tag besteht aus vier sogenannten „Büchern“, also Teilen, von denen aber nur das erste Buch tatsächlich in Bamberg geschrieben wird. Ein Großteil wird zugekauft.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags waren die Veränderungen in der Zeitungslandschaft. Frau Tönnes erklärte, wie sich die Lesergewohnheiten in den letzten Jahren gewandelt haben und welche neuen Formate, wie Online-Artikel und Social Media, die Arbeit von Redakteuren beeinflussen. Ein Vorteil des Internets ist, dass fehlerhafte Berichterstattungen schnell ausgebessert werden können. Wo es bei der Print-Ausgabe einer Richtigstellung bedarf, kann eine Nachricht online ganz einfach korrigiert werden. Auch gibt es durch einen flexiblen Redaktionsschluss weniger Stress für die Journalisten, da online die Meldungen jederzeit veröffentlicht werden können. Diese Informationen regten die Schüler zum Nachdenken über die Zukunft der Printmedien an. Überrascht war die Redakteurin, dass über zwei Drittel der Klasse Zugang zu einer gedruckten Zeitung haben.
Im Anschluss an die Fragerunde leitete Frau Tönnes einen Schreib-Workshop. Die Schüler hatten die Gelegenheit, selbst kreativ zu werden und fehlerhafte Berichte zu verbessern. Dabei wurden sie von der Redakteurin unterstützt und erhielten hilfreiches Feedback zu ihren Antworten.
Der außergewöhnliche Deutschunterricht war für die Klasse 6a ein inspirierendes Erlebnis. Die Schüler konnten nicht nur viel über den Beruf der Redakteurin lernen, sondern auch ihre eigenen Schreibfähigkeiten verbessern. Die Steigerwaldschule bedankt sich herzlich bei Frau Tönnes für ihren Besuch und die interessanten Einblicke in die Welt des Journalismus.
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Die Klasse darf nun einen eigenen Zeitungsbericht schreiben, der dann in der Tageszeitung veröffentlicht wird. Zudem lesen die Schülerinnen und Schüler für vier Wochen gemeinsam im Rahmen des Projektes „KlarText!“ den Fränkischen Tag und bereiten sich so mit aktuellen Themen auf die nächste Schulaufgabe vor, in der die Klasse einen Bericht schreiben wird. (kd)
