Eine Zeitzeugin zu Gast: Einblicke in die Apartheid
„Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen wegen seiner Hautfarbe, seiner Herkunft oder seiner Religion zu hassen.“ – Nelson Mandela
Doch genau dies wurde Menschen über Jahrzehnte hinweg gelehrt: zu unterscheiden, auszugrenzen und zu unterdrücken. Die Apartheid in Südafrika ist ein besonders erschütterndes Beispiel dafür, wohin Rassismus und systematische Diskriminierung führen können. Umso eindrucksvoller war es für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b, am 21. Juli Frau Thomas-Oppenländer zuzuhören, die diese Zeit nicht nur aus Geschichtsbüchern kennt.
Sie wuchs in Südafrika auf, hat indische Wurzeln und lebt seit 26 Jahren in Deutschland. Als Zeitzeugin der Apartheid berichtete sie eindrucksvoll von ihren persönlichen Erfahrungen mit Unterdrückung und Ausgrenzung und nahm die Schülerinnen und Schüler mit auf eine Reise in die Geschichte ihres Heimatlandes.
Dabei wurde schnell deutlich: Frau Thomas-Oppenländer vermittelte weit mehr als reines Fachwissen über die Apartheid, Kolonialisierung und Rassentrennung in Südafrika. Sie erzählte von den Schwierigkeiten ihrer Kindheit, und auch ihrem eigenen Beitrag für ein geeintes Südafrika. Besonders eindrucksvoll waren die Bilder aus ihrem eigenen Leben, die ihre Erzählungen greifbar und persönlich machten.
Doch im Mittelpunkt ihrer Botschaft stand nicht allein der Blick zurück. Frau Thomas-Oppenländer machte deutlich, welche Bedeutung Bildung und Schule für die Zukunft haben. Sie ermutigte die Schülerinnen und Schüler, sich gegen Diskriminierung einzusetzen, und zeigte ihnen, dass auch kleine Schritte eine Veränderung bewirken können. Ihre Botschaft war dabei von großer Hoffnung geprägt: Letztlich könne Liebe stärker sein als Hass.
Die Begegnung wirkte auch über diesen besonderen Vormittag hinaus. In der folgenden Unterrichtsstunde nutzten sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkraft die Gelegenheit, die angesprochenen Themen zu vertiefen. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wo uns Diskriminierung im Alltag begegnet und welchen Beitrag jeder Einzelne zu einem respektvolleren und friedlicheren Miteinander leisten kann.
So schließt sich der Kreis zu Nelson Mandelas Worten: „Menschen müssen hassen lernen, und wenn sie hassen lernen können, kann ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.“ Die Begegnung mit Lalitha Thomas-Oppenländer hat unseren Schülerinnen und Schülern gezeigt, dass Geschichte nicht nur etwas ist, das man lernen, sondern auch etwas, aus dem man für die Gegenwart und die Zukunft lernen kann. Sie hat ihnen Mut gemacht, selbst Verantwortung zu übernehmen – und durch ihre eigenen kleinen Schritte dazu beizutragen, dass Liebe, Respekt und Menschlichkeit stärker bleiben als Hass und Ausgrenzung. (opl)


