Nach dem Vizemeistertitel bei den oberfränkischen Schulschachmeisterschaften wartete mit den Bayrischen Meisterschaften in Nürnberg an der Johann-Pachelbel-Realschule die nächste Herausforderung auf unser Team (Jan Fürstenhöfer, Jason Wirth, Phil Waldig und Gerhard Lungert). Bereits bei der Anreise zeigte sich, dass der Wind auf bayrischer Ebene rauer weht und bereits auf dieser Ebene von den teilnehmenden Schulen viele finanzielle und personelle Ressourcen aktiviert werden. So mussten wir in unserem PKW, der fast unser gesamtes Team transportierte, warten bis der Reisebus einer anderen Schule einen Strom aus jungen Schachspielern, Eltern und Betreuern vor den Eingangstüren der Johann-Pachelbel-Realschule entladen hatte. Auch bei der Anmeldung zeigte sich schnell, dass wir es mit geübten Gegnern zu tun bekommen würden. Wiesen doch über die Hälfte der mitspielenden Teams eine DWZ-Zahl auf, welche sie als geübte Vereinsspieler offenbarte.

Dennoch hielten wir anfangs gut im Turnier mit und gestalteten die ersten drei Runden gegen starke Gegnerschaft unentschieden (2-2). Die vierte Runde setzte dann einen deutlichen Dämpfer mit einer 4-0 Niederlage. Unsere Jungs ließen sich davon jedoch nicht einschüchtern, sondern antworteten umgehend mit einem 4-0 Sieg, wodurch wir wieder bei einer hervorragenden 50 %igen Punktausbeute lagen. Man darf nicht vergessen, dass diese bayrische Meisterschaft erst das zweite Turnier überhaupt für unsere Mannschaft war und sie gegen Spieler antrat, die jahrelange Wettkampferfahrung im Vereinsschach aufwiesen!

Die letzten beiden Runden sollten zeigen, wohin der Weg führen sollte. Noch ein Angriff auf die Spitze oder doch ein Abrutschen in die untere Tabellenhälfte? Die sechste Runde ging verdient mit 1-3 gegen die starke Hans Böckler Realschule verloren. In der siebten Runde wären die fantastischen 50% noch immer drin gewesen. Doch leider war die Luft bei unseren Spielern teilweise einfach raus. Schach ist ein geistig anstrengendes Spiel und stundenlang konzentriert zu bleiben erfordert hohe Disziplin und viel Übung. Gerade in der letzten Runde war die Erschöpfung und der damit einhergehende Konzentrationsverlust bei Phil und Gerhard offensichtlich und sie verloren ihre Partien schnell. Jason kämpfte noch wie ein Löwe musste aus schwieriger Stellung heraus jedoch ins Remis (Unentschieden) einwilligen, wodurch der Kampf 1,5-2,5 verloren ging.

Obwohl das Ende für uns traurig war, haben wir keinen Grund uns zu verstecken. Gerade mal ein Jahr nach der Gründung ist die Schulschachgruppe der Steigerwaldschule im bayrischen Spitzenschach angekommen und kann dort mitspielen! Und die nächste Meisterschaft kommt!

Unsere Mannschaft

Jan Fürstenhöfer (9 c) besetzte das Spitzenbrett (1. Brett) und musste somit gegen die stärksten Realschüler Bayerns antreten. Alle erfahrene Vereinsspieler mit jahrelanger Spielpraxis. Ihm gelangen 3 Punkte aus 7 Partien (43 %) und er zeigte somit, dass er gegen die Besten der Besten mithalten kann. Bemerkenswert war sein hohes Konzentrationsvermögen und fast schon stoische Ruhe mit der er Niederlagen wegsteckte und vorteilhafte Stellungen sicher in Siege ummünzte. Ein Fels in der Brandung für uns am ersten Brett.

Jason Wirth (8 a) spielte für die Steigerwaldschule am zweiten Brett. Er erreichte bemerkenswerte 4,5 Punkte aus 7 Partien (64 %) und war somit der erfolgreichste Punktesammler unserer Mannschaft. Sein Spiel zeichnet sich durch hohe Kreativität und Ideenreichtum aus. So findet er immer wieder unerwartete Motive und stellt seinen Gegner vor unerwartete Probleme.

Phil Waldig (7 a) vertrat die Steigerwaldschule am dritten Brett und erspielte 1 Punkt aus 7 Partien. Dabei war sein Spiel erheblich besser als es seine Punktausbeute vermuten lässt. Er hatte mehrere stark herausgespielte Gewinnstellungen auf dem Brett, überlegte dann jedoch zu wenig, zog zu schnell und wurde von den erfahrenen Gegnern ausgekontert. Phil ist jedoch der jüngste Spieler in unserem Team und hat daher noch viel Zeit seine unbestreitbaren Fähigkeiten zu entwickeln.

Gerhard Ludwig (9 c) errang 4 Punkte aus 7 Partien und trug damit maßgeblich zu den erreichten 5 Mannschaftspunkten bei. Seine große Stärke liegt im ruhigen und wohldurchdachten Spiel. Gerhard begeht kaum leichte Fehler. Er legt sich einen Plan zurecht und zieht diesen dann konsequent durch ohne sich ablenken zu lassen. Dabei wird er nicht hektisch, sondern überlegt konzentriert bis zum letzten entscheidenden Zug. (ka)

< zurück